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Energetisches Quartierskonzept für den Waldhof: Klima schützen und Kosten sparen!

19. August 2019

Etwa 700 t CO2 verursachen die Marie-Christian-Heime jedes Jahr - davon etwa zwei Drittel für Heizung und Warmwasser. Ein von Stadt, Land und Bund gefördertes energetisches Quartierskonzept soll diese Menge nun reduzieren - durch Einsparmaßnahmen und alternative Energiequellen.

Seit 1908 bieten die Marie-Christian-Heime (MCH) fachliche Hilfen für Menschen in unterschiedlichen Problemlagen. Ausgehend von der Unterstützung für ausgegrenzte Frauen hat sich das Spektrum der Angebote über Jahrzehnte hinweg erweitert und differenziert. Während schon immer Wert auf den kontinuierlichen Ausbau der persönlichen und fachlichen Qualifizierung der Mitarbeitenden gelegt wurde, rücken nun auch die Klimaauswirkungen des Betriebs in den Fokus. „Wir bewegen uns als Diakonische Einrichtung in marktwirtschaftlichen Zusammenhängen. Das Einsparen von Energiekosten ermöglicht es, unsere begrenzten Ressourcen noch mehr auf unsere Klient*innen zu konzentrieren. Gleichzeitig leisten wir durch Klimaschutz einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung, womit wir auch unserer globalen Verantwortung gerecht werden“ - so Burkhard Ziebell, Vorstand der Marie-Christian-Heime in Kiel.

Ein Schwerpunkt der Betrachtungen liegt im Bereich Wärme. Hier untersuchen die beauftragten Kieler Planer, IPP ESN Power Engineering und das Architekturbüro Harten, zunächst alle Möglichkeiten der Einsparung - vom Lüftungsverhalten der Bewohner*innen bis hin zur Wärmedämmung der Gebäudehülle. Im zweiten Schritt wird geprüft, wie der verbleibende Bedarf mit erneuerbaren Energien möglichst klimaverträglich gedeckt werden kann. Weiterhin geht es um die Stromversorgung, die für etwa ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, und um den aus 23 PKW, Transportern und Kleinbussen bestehenden Fuhrpark, für den Möglichkeiten der Elektromobilität, auch mit selbst produzierten Strom, untersucht werden.

„Bei begrenzten Mitteln ist man dazu gezwungen, immer nur dort zu investieren, wo es gerade am dringendsten ist. Die großzügige Förderung erlaubt uns nun eine ganzheitliche Betrachtung der gesamten Einrichtung. Wir hoffen auf umsetzungsorientierte Gesamtlösungen.“, ergänzt Ziebell. Quartierskonzepte werden zu 65 % durch den Bund und zu weiteren 20 % durch das Land Schleswig-Holstein gefördert. An den restlichen 15 % hat sich hier die Stadt Kiel maßgeblich beteiligt. „Wir haben uns angesichts der aktuellen Beschlusslage zum Climate Emergency ehrgeizige Ziele zur CO2 -Reduzierung gesetzt. Daher freuen wir uns, als Landeshauptstadt Kiel eine unserer gemeinnützigen Einrichtungen beim Klimaschutz zu unterstützen und erwarten dafür auch die Betrachtung von Varianten, die den besonderen Anforderungen einer Klimaschutzstadt gerecht werden.“ freut sich Jens-Peter Koopmann, Klimaschutzkoordinator im Umweltschutzamt der Landeshauptstadt Kiel, über den Startschuss zum Quartierskonzept. Die Ergebnisse sollen Mitte nächsten Jahres vorliegen.

Sie wollen das energetische Quartierskonzept erstellen: v. l.: Frau Sievers, Herr Schmölz, Herr Ziebell, Herr Lutz-Kulawik, Herr Koopmann, Frau Schulte, Herr Meereis, Herr Harten

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